Read Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900: Mit einem Blick auf Osteuropa by Christoph F. Lorenz Online

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Das Lexikon enthlt Informationen ber Biographie, Werkanalyse und bibliographische Angaben wichtiger Autoren der deutschsprachigen Fantasy und Science Fiction im 20 und 21 Jahrhundert berblicksartikel befassen sich darber hinaus mit Fragen des Genres, deutscher Literatur vor und nach 1945, skandinavischen Werken seit 1900, osteuropischen Werken und angloamerikanischer Fiktion....

Title : Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900: Mit einem Blick auf Osteuropa
Author :
Rating :
ISBN : B076BQ6P6T
ISBN13 : -
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Auflage 1 5 Januar 2017
Number of Pages : 391 Pages
File Size : 773 KB
Status : Available For Download
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Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900: Mit einem Blick auf Osteuropa Reviews

  • Detlef Münch
    2018-12-18 11:57

    Nach den grundlegenden, akribisch recherchierten Arbeiten von Innerhofer 1996 und Sapra 2005 zur deutschen SF vor 1914 sowie Brandt 2007 und Sapra 2006 zur SF bis 1945 bzw. 1932 und der langjährigen, fortgeschriebenen Sammlungen Bibliographisches Lexikon der utopisch-phantastischen Literatur sowie der Reise und Abenteuerliteratur durfte erwartet werden, dass ein neues Lexikon sich basierend auf diesen Forschungsergebnissen als verlässliches Nachschlagewerk, das den aktuellen Stand der Forschung bis zum Frühjahr 2016 berücksichtigt, erweisen würde.Dass dem wahrscheinlich nicht so ist, mögen einige gravierende Fehler in den Beiträgen zu Hans Dominik und F. W. Mader belegen:Dominiks Ehefrau hieß nicht Liselotte, sondern Anna. Er hat nicht 4, sondern 16 bzw. je nach Bewertung sogar 21 Zukunftsromane publiziert (und auch noch 38 SF-Erzählungen, die komplett unterschlagen werden). Seine Autobiographie blieb nicht unveröffentlicht, sondern erschien 1942. Die bedeutende Dominik-Monographie und Dissertation von Hrachowy 2010 wird nicht erwähnt, und auch der unglaubliche Fortschritt, den die Dominik-Forschung seit 2007 gemacht hat, blieb unberücksichtigt.Die Tote Stadt / Der letzte Atlantide von F. W. Mader erschienen unter anderen Titeln bereits 1899 - 1901, was spätestens seit 2005 u.a. durch Sapra bekannt ist. Auch werden von den ebenfalls seit 2005 bekannten 7 Novellenfassungen seiner übrigen Romane nur 3 aufgelistet.Damit stellt sich die für ein seriöses Lexikon so bedeutende Frage wie gut recherchiert, wahr und vollständig sind die Angaben zu den anderen Autoren?Uneingeschränktes Vertrauen habe ich hier nur zu den Beiträgen von Galle und Rottensteiner.Zumindest sehr lesenswert sind auch die meisten anderen der oft umfangreichen, prägnanten Werkanalysen.In der fast ausschließlich angloamerikanisch geprägten Bibliographie (zur deutschsprachigen SF!) im Anhang fehlen jedoch zahlreiche bedeutende Sekundärwerke zur deutschen SF, so erstaunlicher Weise die eingangs erwähnten 4 grundlegenden Arbeiten, die selbst in der Einleitung nicht erwähnt werden und ohne die dieses neue Lexikon nur schwerlich hätte zustande kommen können, wie ihre Zitierung bei den zahlreichen Autorenporträts belegt, sowie auch die bisherigen Monographien zu Dominik u.a. von Hrachowy 2010 und Heermann 2014, von kleineren, aber ebenso bedeutenden Arbeiten wie Tzschaschel 2002 oder Esselborn 2003 ganz zu schweigen. Von den wenigen publizierten historischen deutschsprachigen SF-Anthologien wird „Der Krieg der Zukunft vor 100 Jahren“ zwar von Franke mehrfach zitiert, fehlt in der Bibliographie jedoch genauso wie auch „Die Frau der Zukunft vor 100 Jahren“ und „Als der Welt Kohle und Eisen ausging“.Insgesamt kann man sich bei dem neuen Lexikon des Eindrucks nicht erwehren, dass hier oft die rechte Hand nicht wusste, was die linke tut, und dass Schnelligkeit vor Genauigkeit gehen musste und anerkannte Fachleute mit Aufgaben betreut waren, die nicht in ihrem speziellen Fachgebiet lagen.Sehr lesenswert sind hingegen die umfangreichen Übersichtsartikel von Esselborn, Franke und Rottensteiner, der einen Bezug der angloamerikanischen zur deutschen SF darstellt.Was jedoch Beiträge zur skandinavischen und osteuropäischen SF in einem Lexikon zur deutschsprachigen SF zu suchen haben, erschließt sich mir trotz des im Buch bekundeten „interdisziplinären“ Ansatzes nicht ganz.Prof. Dr. Lorenz als Herausgeber des Lexikons wird seit Jahrzehnten als profunder Kenner der Abenteuerliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts vor allem von Karl May, F. W. Mader und Robert Kraft hoch geschätzt. Mit diesem Lexikon hat er sich jedoch (noch) keinen Gefallen getan.Da somit ein verlässliches, ausführliches Lexikon zu den bedeutendsten deutschen SF-Autoren immer noch fehlt, freue ich mich auf eine dringend notwendige 2. gründlich überarbeitete Auflage (gerne auch mit Autorenfotos), die dann sicherlich das Potential zu einem ganz hervorragendes Referenzwerk haben kann, und schlage solange besser in dem 2-bändigen „Lexikon der deutschen Science Fiction und Fantasy“ von Sapra 2005 und 2006 nach.