Read Der Untergrund des Denkens: Eine Philosophie des Unbewussten by Philipp Hübl Online

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Eine grundlegende philosophische Analyse unbewusster Vorg nge Unser Bewusstsein ist das gr te R tsel der Wissenschaft Wir bestehen aus Milliarden von Molek len, die weder denken noch f hlen k nnen und doch machen sie zusammen unsere Pers nlichkeit und unser subjektives Erleben aus Das Unbewusste ist ebenso r tselhaft was dort passiert, kann niemand so genau sagen Wie bestimmen unbewusste Eindr cke, W nsche und Informationen unser Denken, F hlen und Handeln Die gute Nachricht Wir sind die Herren im eigenen Haus, auch wenn wir manchmal nicht wissen, wer im Keller umherschleicht Die schlechte Nachricht Wir bersch tzen manchmal unseren Einfluss und reden uns f lschlicherweise ein, wir h tten gute Gr nde f r unsere Taten Der Philosoph Philipp H bl entlarvt den Mythos von der Macht des Unbewussten er zeigt, wie Vernunft und kontrollierte Aufmerksamkeit uns vor Manipulation sch tzen Ein ebenso grundlegendes wie provozierendes Buch Luzide geschrieben, w rmstens zu empfehlen Frankfurter Allgemeine Zeitung ber Folge dem wei en Kaninchen...

Title : Der Untergrund des Denkens: Eine Philosophie des Unbewussten
Author :
Rating :
ISBN : 3499628538
ISBN13 : 978-3499628535
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Rowohlt Taschenbuch Auflage 1 19 Mai 2017
Number of Pages : 480 Seiten
File Size : 768 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Der Untergrund des Denkens: Eine Philosophie des Unbewussten Reviews

  • Axel Ebert
    2018-10-16 19:48

    Dieses Buch zeigt das Potenzial philosophischer Klarheit in der Bewertung psychologischer Forschung. Und so ganz nebenbei rettet es die Aufklärung vor dem Trend des mystifizierten Intuitionismus. Großartig.

  • Heller
    2018-10-19 15:07

    Zwei Sterne oder drei? - Das ist nun die amazon-Frage...Mehr gebe ich auf keinen Fall, weil ich mich zu sehr gärgert habe über Oberflächliches und Flapsiges in Hübls Streitschrift zur Verteidigung des klassischen Bildes vom Bewusstein gegen die Kränkungen von Seiten der experimentellen Psychologie und Neurobiologie. Und nachdem ich eben noch einmal den Kurzverriss der Libetversuche (S. 305f) nachgelesen habe, plädiert „mein Bauch“ für nur 2 Sterne.Andererseits ... Nun schaltet sich meine „Vernunft“ dazu: Gerade solch ein „duales“ Entscheiden, aus teils bewussten, teils unbewussten Gründen, behandelt Hübl doch sehr ausführlich, das ist verdienstvoll und lesenswert, ebenso wie die Passagen über die noch weitgehend ungeklärte Bedeutung der Aufmerksamkeit für unser Bewusstsein und die Ermutigung, dass sie trainierbar sei wie ein Muskel. Auch jetzt musste ich, um zu einem faireren Urteil zu kommen, meine innere Aufmerksamkeit auf diese positiven Aspekte des Buches richten.Also doch 3 Sterne?Dieses mein Fokussieren der Aufmerksamkeit auf bestimmte Gedächtnisinhalte und ihre Verknüpfungen nennt Hübl eine „mentale Handlung“, einverstanden; dann folgert er aber (S. 330), dass ich allein deshalb „frei“ bin oder, für ihn synonym, „autonom“. Merkwürdig, ihn streift gar kein Gedanke, dass das aktuell diskutierte Freiheitsproblem eine Ebene tiefer liegt: Kann man mich „frei“ nennen, wenn ich auto-nom, gemäß also den mir eingeprägten Gesetzen denke und handele, handeln muss?Mag sein, dass Wolf Singer vor Jahren mit seinem Aufsatztitel „Verschaltungen legen uns fest“ übertrieben hat, aber er und sein Fachkollege Gerhard Roth haben diese Fragen doch auch begrifflich wesentlich tiefer durchdrungen als unser Berufsphilosoph und sie verdienen nicht dieses Neurobiologen-bashing, das auf Seiten der Geistesphilosophie nachgerade Mode geworden ist. Die simplifizierende Behauptung, Benjamin Libets berühmt gewordene Versuche widerlegten die Willensfreiheit, hat meines Wissens keiner von beiden aufgestellt. (Nicht einmal Libet selbst hat das geglaubt, er wollte ja ursprünglich ihre physiologische Möglichkeit mit Hilfe des eben entdeckten Bereitschaftspotentials bestätigen, eine klassische Falsifizierung also, und hielt dann doch zäh fest an wenigstens einem „Vetorecht“ des bewussten „Ich“.)Die in den Anmerkungen zu S. 307 zitierten Aufsätze von Singer und Roth besitze ich zufällig in einem Sammelband; ersterer erwähnt Libet gar nicht darin, der andere bespricht die Versuche sehr kritisch. Roth wird dann noch einmal auf S. 317 ironisch abgewatscht – mit Bezug auf „S. 515“ eines seiner Werke, das auch in meinem Regal steht: Es hat leider nur 490 Seiten und die kritisierte Aussage finde ich auch an keiner anderen Stelle darin! Wie mag es da um die übrigen über 800 (!) Literaturverweise stehen, die ich nicht kontrollieren kann noch will? Zwei weitere Bemerkungen zu den Zitaten kann ich mir nicht verkneifen:(a) Auf S. 312ff wird der verdiente Experimentalpsychologe Daniel Wegner (gestorben 2013) mit der „kühnen Folgerung“ zitiert (und verhöhnt), „bewusstes Handeln sei eine Illusion“. In einem dazu von Hübl angeführten kleinen Aufsatz von 2003 („The mind's best trick ...“), den man über Wikipedia im Netz findet, sagt Wegner in der Schlussbemerkung genau das Gegenteil: „Heißt dies, dass ein bewusster Gedanke keine Handlung verursachen kann? Es bedeutet das überhaupt nicht (not at all).“ Sondern, fährt er sinngemäß fort, er wollte aufzeigen, dass man unserer Introspektion in dieser Hinsicht nicht vertrauen kann. Ist unserem Autor diese Einsicht so unbequem?(b) Über die Qualität der von Hübl immer wieder zur Auflockerung (?) eingeflochtenen Beispiele aus Literatur und Alltag kann man geteilter Meinung sein. Dass aber diese dann in der Regel mit einem eigenen Zitatnachweis das Literaturverzeichnis aufblähen, halte ich doch für übertrieben.Genug des Klein-Klein - immerhin lernt man die vielen von Hübl oft unfair kritisierten Ansätze und Experimente dadurch ja auch kennen – und zurück zur Anfangsfrage! Zwei oder drei Sterne? Und wie frei bin ich denn nun in meiner jetzt fälligen Entscheidung?? Unfrei, weil „fest verschaltet“? Autonom-frei, weil – mühevoll – selbst denkend? Das widerspricht sich ja nicht, das eigentlich interessante Problem liegt für mich auf einer Ebene dazwischen.Zum Schluss konzentriere ich mich deshalb noch – und darin weiß ich mich subjektiv frei - auf einen bisher nur halb bewusst mitlaufenden Gedanken... Ja, da ist er, so kann ich ihn in Worte fassen: Lesenswert ist Hübls Buch doch neben seinem reichhaltig und flott präsentierten Material auch deshalb, weil dem Leser an der verzweifelten Polemik deutlich wird, auf wie schmalem Terrain die an der traditionellen Auffassung von „Geist“, „Ich“ und „Freiheit“ orientierte Philosophie heute um ihren Geltungsanspruch kämpft.Gut, also 3 Sterne!

  • Walter
    2018-10-29 16:01

    Nicht nur die Handlungen der Menschen gegenüber den Gegenständen der Außenwelt, sondern auch alle Beziehungen der Menschen untereinander können nur verstanden werden mit Bezug auf das, was sie den Menschen bedeuten. Wir bilden aufgrund unserer unterschiedlichen Wanderungen durch vielschichtige soziale Welten ein seelisches Innenleben heran, welches uns als Subjekt formt, wir nehmen wahr, machen uns bewusst, was uns interessiert, was unsere Aufmerksamkeit erweckt. Ein inneres „Weltbild“ der Introspektion, anhand dessen wir durch unseren Geist (und nicht nur anhand der Gefühle) die Welt „begriffen“ sehen, ein denkendes mitbeteiligtes Schauen, und nicht nur ein bloßes Anstarren der Welt. (Denn Anschauung ist nicht Glotzen.)Philipp Hübl machte mir in einer Sternstunde Philosophie einen interessanten und wissensfundierten Eindruck. Ich habe Hübls Buch aber aus einem anderen Interesse gekauft. Anhand der Frage: Ist es möglich, dass wir anhand eines Wissens oder einer wissenschaftlichen Theorie so stark manipuliert werden könnten, sodass wir nach Fremdinteressen – ähnlich Marionetten –, funktionieren würden? Hierzu fehlte mir die empirisch-wissenschaftliche Seite. – Das Internet ist ja voll von Fehlinformationen (toxischen Fake-News), mit denen Leute weniger informiert, sondern eher verleitet oder instrumentalisiert werden, – für Sensationelles und Postfaktisches, für Legendenbildungen ganz eigener Art, welche zumindest enorm hohe Klickzahlen hervorbringen und das Eigenwohl solcher Fake-News-Produzenten befördern. Das Bildungsbürgertum scheint zu fehlen und die (linken wie rechten) Populisten konstruieren falsche mythologische Wissenschaft. Die falschen Propheten bereichern sich an den grimmschen Narrativen, zum Schaden des sozialen Klimas und der richtigen Erkenntnisse, welche wir brauchen, um auf politischem Wege die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der You-Tube-Vortrag „Warum schweigen die Lämmer? Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ des Neurowissenschaftlers und ehemaligen Kieler Professors Rainer Mausfeld (Wahrnehmungspsychologe, Kognitionswissenschaftler) ist solch ein Beispiel der Aufwiegelung, mit der Behauptung: die Politiker (Eliten) haben uns anhand moralischer Vorgaben manipuliert; sie beherrschen uns nach einer Methode (welche er nicht erläutert und ungeprüft lässt) und zum eigenen Machterhalt. Eine Mischung aus Habe-ich-immer-schon-gewusst und nachgereichter Wissenschaftsexpertise. Der Vortrag ist eine Ansammlung unzusammenhängender Wissensanhäufungen, nicht von kohärenter, logisch zusammenhängender Argumentation getragen (unterlassene Untersuchung anhand von Evidenz, Analytik, logischer Folgerichtigkeit, Vollständigkeit), – vielmehr arbeitet er mit manipulativen Anleihen, obskuren Stimmungen. So wird dem Publikum gleich zu anfangs ein Alltagsverstand (gesunder Menschenverstand) zugesprochen, welcher sich dem Politiker überlegen zeigen soll. (Zum einen würden uns derartig gestaltete Vortragsweisen kaum intelligenter machen, zum anderen ist bei manchem Dorftratsch oder Supermarkt-Gerede ernsthafter Zweifel an einem solch herangebildeten Alltagsverstand angebracht.) Trotzdem zeigt sich: manipuliert und eingefangen durch Bauchpinselei, positive Stimmung und Zuredung, wobei im späteren Verlaufe des Vortrages noch Gefühle anderer Art produziert wurden. Gefühle des Verraten- und Betrogenwordenseins, die wohl an die unguten Leidenschaften des Geistes appellieren und Rachbegierden oder Willkürhandlungen loslösen sollen. (Prinzip des Kollektivismus: das Erzeugen einer Pseudo-Gruppenmoral durch Anstachelung, Ängste, Normbruch und Desorientierung.) Wir lernen: verführbar ist nur der „Mann ohne Eigenschaften“.Zurück zu Hübls Buch. Hübl erklärt uns, dass ein solcher Determinismus (anhand wissenschaftlicher Versuche der Empirie) als nicht feststellbar gilt. Materielle Vorgänge können keinen separaten, auf sich begründeten Bewusstseinszustand herleiten. Der freie Wille kann so zumindest nicht in Abrede gestellt werden. Geist und Biologie sind in ihrem Zusammenwirken innerhalb der menschlichen Natur viel zu unergründet, unterschiedlich, viel zu einzigartig, als dass eine einzige Methode des Manipuliertwerdenkönnens dafür ausreichte bzw. herhalten könnte. Dabei spielt die Aufmerksamkeit (im Gegensatz zum Bewusstsein) eine entscheidende Rolle, denn sie ist anstrengend! Wir nehmen also nur das auf, was uns interessiert. Und Interessen oder Vorlieben sind nie gleich. Subjektivität, Charakter, Wissen, Identität sind immer anders, – der Mensch ist zu individuell und vielgestaltig. (Gewissheit über die Natur des Menschen haben zu wollen, heißt letztlich wünschen, ihn zu beherrschen.) Der Autor erklärt uns anhand vieler wissenschaftlicher Versuchsreihen, dass das Zwischenspiel zwischen Gehirn und Bewusstsein nicht reziprok ist, sondern „superveniert“ vom Gehirn aus auf das Bewusstsein hin. Was heißt: Rationalität, Selbstkontrolle, Gedächtnis, Identität, Idealität, Moralität sind keiner direkten Einflussnahme ausgesetzt, und nur in abgefedertem Maße für Manipulation zugängig. Hübls Philosophie macht sich am Bewusstsein fest; da es zum Unterbewusstsein wenig Gewusstes (Wissen) gibt. Er definiert also die eine Seite, um der anderen den „Rest“ an Funktion zuzusprechen. Sein Buch müsste eigentlich „eine Philosophie des Bewussten“ heißen. Wir stellen fest: wir sind manipulierbar, jedoch in sehr eingeschränktem Maße, gerade dann nicht, wenn wir uns in unserer Rationalität (Selbstkontrolle) üben und heranbilden. Außerdem werden wir standfest (gegen existenzielle Ohnmachtszustände und Unkontrolliertheit), wenn wir unsere Aufmerksamkeit behalten, uns der Ablenkungsquellen erwehren oder anfangen selbsttätig zu hinterfragen. (Etwa durch eingeübte Verstandeskraft, Selbstbildung anhand eines breitgefächerten Orientierungswissens, feste moralische Prinzipien und rationale Vorsätze bzw. eine hohe Konzentrationsfähigkeit.) Hübl führt in die verschiedenen Bewusstseinstheorien ein: a.) das phänomenale Bewusstsein (phänomenales Erleben), b.) die selektive Aufmerksamkeit (ausgewähltes Wahrnehmen; „mir ist bewusst geworden, dass …“), c.) der kognitive Zugang (Eingang von Wahrnehmungen in den „Arbeitsspeicher“, Abruf aus Gedächtnis und Erinnerung, „ich habe mir bewusst gemacht, dass …“). – Außerdem lässt sich der Autor noch auf einen größeren Gedankenausflug über das Selbstbewusstsein ein, nämlich, dass wir auch Kontrolleure unserer eigenen Gedanken sind, im Sinne der Selbstmusterung. Die Konfabulation als Ausflucht aus der Selbstmusterung war für mich neu und spannend. Anhand dieser gedanklichen Selbstbeschäftigung und Innenansichten kann zumindest die (eigen- oder fremdbeförderte) Manipulationsabsicht erkannt werden. Selbstbeherrschung ist die Selbstkultivierung unserer Natur, welche die Affekte im Zaume hält, welche das Nachdenken in Gang bringt, die Aufmerksamkeit auf jenes lenkt, was man weiß. Selbstbeherrschung ermöglicht es erst, uns Gedanken über die eigenen Gedanken zu machen, das Vermögen der Vernunft zu rekurrieren. Vernunft als Meta-Rationalität. Dabei sollten wir auch Wurzeln in der Moralität schlagen; einen Kompass der Selbstordnung geschaffen haben, der uns verlässlich werden lässt und uns die zwischenmenschliche Orientierung erlaubt, der uns mit den richtigen sozialen Gefühlen ausstattet. Diese richtigen Gefühle beinhalten dann auch eine Immunität gegen die falsch und manipulativ erzeugten. (Wir können somit auch der Wegeleitung durch die Intuition oder des Bauchgefühls nur trauen, wenn wir vorher diesen Schritt der rationalen Kultivierung gegangen sind.) – Für mich ist Hübls Buch ein großer philosophischer Beitrag zum Selbstverständnis der eigenen Natur, eine gedankliche Verortung und Bestimmung, nach dem Motto: erkenne dich selbst.

  • Peter
    2018-11-10 14:41

    Das Buch ist ziemlich klasse. Man muss dem Autor nicht bei jeder Einschätzung der Leistungen anderer Philosophen folgen, aber es ist in hohem Maße stringent und auf einem angenehmen Niveau anspruchsvoll für den Laien.

  • anneliese hofmann
    2018-10-17 17:09

    War sehr interessant, es klärt sehr gut auf über die irrtümer des unbewußten, man kann lernen sich auf das wesentliche des denkens zu achten.