Read Antike und Mittelalter im Film: Konstruktion - Dokumentation - Projektion (Beiträge zur Geschichtskultur, Band 29) by Mischa Meier Online

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Filme ber die Antike und das Mittelalter erleben seit einigen Jahren einen neuen Boom in Kino und Fernsehen Gleichzeitig werden Historienfilme Bestandteile der Forschung Der Band tr gt beiden Entwicklungen Rechnung, indem er aus interdisziplin rer Perspektive das neu erwachte Interesse an diesem Medium aufzeigt Die Beitr ge behandeln ganz unterschiedliche Aspekte lterer v a aus der Hollywoodproduktion seit den 1950er Jahren und aktueller Historienfilme Dabei geht es um die Frage, wie in ihnen Geschichte re konstruiert und pr sentiert wird, es geht um Authentizit tsstrategien sowie Entwicklungen innerhalb der Filmgeschichte Der Sammelband zeigt auf, wie sich in Filmen popul re Geschichtsbilder spiegeln und wie sie durch die Filme fundiert oder kritisch hinterfragt werden....

Title : Antike und Mittelalter im Film: Konstruktion - Dokumentation - Projektion (Beiträge zur Geschichtskultur, Band 29)
Author :
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ISBN : 3412244058
ISBN13 : 978-3412244057
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : B hlau K ln Auflage 1., 1 Dezember 2006
Number of Pages : 473 Seiten
File Size : 960 KB
Status : Available For Download
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Antike und Mittelalter im Film: Konstruktion - Dokumentation - Projektion (Beiträge zur Geschichtskultur, Band 29) Reviews

  • HistoFakt.
    2019-02-20 23:58

    Lange hat es gedauert, ehe sich die seriöse Geschichtswissenschaft dazu 'herabließ', sich mit Historienfilmen zu auseinanderzusetzen. Wenn sie es nun doch tut, geht es natürlich nicht um die Frage, wie 'authentisch' dieser oder jener Film ausgestattet ist, sondern eher darum, welches Geschichtsverständnis Produktionen über historische Themen zugrunde liegt: Welches Bild von Mittelalter und Antike wird in ihnen transportiert, und mit welcher Absicht? Wie spiegeln sich Wertvorstellungen, kulturelle Normen und Konflikte der Gegenwart der Filmemacher in ihren Historienfilmen wieder? Werden populäre Geschichtsbilder darin kritisch hinterfragt, einfach nur tradiert oder gar erst konstruiert?Der vorliegende Band beruht auf Vorträgen einer Tagung, die bereits im Juli 2003 am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld stattgefunden hat. Die insgesamt 21 Beiträge gliedern sich in drei Bereiche: 'Konstruktion' befaßt sich mit Gattungsfragen des Historienfilms, geht also z. B. der Frage nach, mit welchen visuellen Codes die Epochen Mittelalter und Antike auf der Leinwand realisiert werden. Hedwig Röckelein macht zunächst einmal deutlich, daß der Mittelalter- (und ganz allgemein der Historien-) Film kein eigenständiges Genre darstellt, sondern sich vielmehr aus einer Vielzahl bereits bestehender Gattungen bedient, z. B. des Abenteuer-, Liebes-, und Kostümfilms, der Satire, des Westerns etc. Der Beitrag von Thomas Scharff nennt einige der Chiffren, die von Filmemachern eingesetzt werden, um 'Mittelalter' zu erzeugen. Das sind für ihn vor allen Dingen Gewalt und Dreck, wenngleich sich recht problemlos weitere stereotype Muster aufzeigen ließen.Im zweiten Teil 'Dokumentation' wird Archetypen und Motiven des Historienfilms nachgespürt. Auffällig ist, daß Historienfilme meistens stark biographisch gehalten sind, vielfach auf literarischen Vorlagen beruhen und überdurchschnittlich oft 'große' Männer und Frauen der Geschichte als Protagonisten haben. Deren Auswahl folgt dabei bestimmten Mustern: während es z. B. keinen Film über Karl den Großen gibt, ist die Zahl der Produktionen über Jeanne d'Arc nahezu unüberschaubar. Neben ihr werden Odysseus, Caesar und Nero in eigenen Beiträgen behandelt. Unter der Rubrik 'Mythen' finden sich weiters Untersuchungen zu bestimmten, immer wieder aufgegriffenen Sujets des Historienfilms wie der Hermannsschlacht (W. Kolbe), den Nibelungen oder den Wikingern (H. Peetz).Der abschließende Teil 'Projektionen' schließlich geht der Frage nach, welche Ideen und Ideologien im Historienfilm vermittelt werden. Die Beiträge konzentrieren sich dabei auf den Nationalismus einerseits, wie er sich z. B. in Braveheart findet, und die romantisierende Projektion bestimmter Werte (Ehre, Treue, religiöse Toleranz etc.) andererseits.Auffallend ist, daß Historienfilme nach einer gewaltigen Blüte in den 1950er Jahren wieder in der Versenkung verschwanden, um seit den 1990ern mit Produktionen wie Robin Hood, Braveheart, Gladiator, Troja oder Kingdom of Heaven ' um nur einige zu nennen ' eine erneute Hochkonjunktur erleben. Verschiedene, überwiegend sozial-psychologische Erklärungsansätze finden sich in mehreren Beiträgen des Bandes. In ihrem Resümee 'Historienfilm als große Erzählung' liefert Simona Slanicka plausible Interpretationen und Erklärungen für die anhaltende Popularität von Filmen über historische Themen.Wie bei einem Sammelband zu erwarten, sind nicht alle Beiträge von gleich hoher Qualität, doch kann der interdisziplinäre Ansatz fast durchweg überzeugen. Auch wer sich für methodische Fragen, den Umgang mit Filmen als Quelle und die Auseinandersetzung mit populären Geschichtsbildern im Allgemeinen interessiert, wird anregende und spannende Ansatzpunkte und Fragestellungen finden. Vertrautheit mit geschichtswissenschaftlichem Sprachgebrauch und Kenntnisse aktueller Strömungen der historischen Forschung sind allerdings unabdingbar, denn der Band richtet sich in erster Linie ans Fachpublikum.